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  10. 11.23. 12. 2000   Hans Hoffmann-Ybbs, Spiegelungen

Wenn Hoffmann malt, möchte er frei sein von all den Bindungen ans genaue Detail, die er in vielen seiner Zeichnungen eben deswegen entgeht, damit er sich später, in größeren Entwürfen, in phantasievollen Exkursionen, über das zuvor präzis Formulierte hinwegsetzen kann, einer anderen Art Präzision zuliebe, die der Kontrolle von Emotionen dient. In der Malerei entstehen mit einem Mal Komplexe, die das Ausufernde, Ungezügelte, Direkte in diesem Künstler zum Ausdruck bringen, und wenn es ihm gelingt, daraus eine Form, einen Zusammenhalt, eine in sich stimmende Bewegung zu gewinnen, enthält das fertige Bild die gefährliche Schönheit des Anarchischen neben der Ordnung dessen, der dem während des Werde-Prozesses drohenden Chaos des Halbbewussten die Stärke des Geistigen entgegenzusetzen hat. Es ist der alte Kampf zwischen Dionysos und Apoll.

Die ästhetische Komponente steckt dazwischen, sie wird hervorgelockt durch die Beobachtung dessen, was sie Farbe bewirkt, wenn sie sich mischt, neben der anderen steht, über eine dritte legt und Assoziationen frei werden läßt, die Hoffmann aus der Beobachtung dessen gewinnt, was er draußen vorfindet: das Gelb des Getreidefelds, das Violettrot des Herbstblattes, das Blauschwarz verschatteter, sumpfiger Ecken. Malerei, das ist für diesen Künstler in erster Linie Farbe; Zeichnung, das ist für ihn Form. Wenn sich in einem Werk beides zusammenfindet und einander umschließt, hat er sein Ziel erreicht, dann ist daraus entstanden, was die Natur auf ihre Weise aus einer Unzahl von Möglichkeiten auch immer wieder entstehen lässt: Einheiten, die sich aus der Verschiedenheit rekrutieren. Es ist das Ziel, dem Hoffmann immer näherzurücken sucht, wozu er eines wohlrhythmisierten Lebens bedarf, wie er auf seinem Schloss eben zu führen gelernt hat.

Kristian Sotriffer

Virtueller Ausstellungsrundgang
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Bilder aus der Ausstellung
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