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Johanna Kandl:
Das... "immer noch
malen" ist ein wesentlicher Aspekt in der Arbeit der Künstlerin,
denn der Verlangsamungseffekt macht aus dem Schnappschuss ein
Historienbild oder zumindest eine Genreszene. Die Verfremdung
basiert auf der "gestundeten Zeit" (I. Bachmann) und lässt
den Betrachter einen Standpunkt jenseits der Tagesaktualität
erkennen. Denn die Künstlerin konfrontiert in realen Bildern eines
"narrativen Realismus" (der durchaus als Anspielung auf
den historischen "sozialistischen Realismus" gesehen
werden kann), Menschen in ihrer Umgebung mit verstörenden Floskeln
aus Zeitungsschlagzeilen und einer globalen Wirtschaftssprache, die
jeglichen Bezug zum Menschlichen verloren hat. Die kalte ökonomische
Sprache zeigt in den Bildern der Malerin auf, wie brüchig die
Eliten des westlichen Kapitals sind. Die Montage ist hochpolitisch;
sie verweist auf die ethischen Verschiebungen in Fragen von
Gemeinschaft und gibt die Möglichkeit einer "zweiten
Option"...
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Claudia
Klucaric:
Ich habe Bildhauerei
studiert, aber schon früh begonnen, das Medium, das der Umsetzung
meiner Vorstellung am besten entspricht, dem jeweiligen Projekt
entsprechend zu wählen.
Die innere Haltung, die
ich zu einem Thema entwickle, bestimmt meine Arbeitsweise; diese
umfasst daher Video, Zeichnung und dreidimensionale Arbeiten wie
Objekte und Rauminstallationen genauso wie Literatur.
Kommunikation als
"in Bewegung befindliche Unklarheit", Begegnungen und
Bindungen jeder Art, ihre Unmöglichkeit und ihr Gelingen, ihre Zufälligkeit
wie ihre Bidingungslosigkeit - die stets wechselnden Verhältnisse
zwischen Nähe und Isolation stehen im Zentrum meines Interesses.
Aus der 40teiligen
Graphikserie GAZE entwickelte (s)ich das Nachfolgeprojekt EINE
ANALYISCH-POETISCHE ANNÄHERUNG, eine mehrteilige Videoarbeit, mit
dessen erstem Teil NICOLA in den Wettbewerb beschickte.
Die Vermittlung von
Atmosphärischem und Transfaktischem ist mir darin ein besonderes
Anliegen." |
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Karin
Frank:
"Holz ist mein
bevorzugtes Material, auch weil es dem Aussehen von Haut am nächsten
kommt. Der Farbe gebe ich dabei einen eigenen Stellenwert. In den
neueren Arbeiten bin ich dazu übergegegangen, die Haut selbst in
der Art des Inkarnats mit Farbe anzulegen. In jüngerer Zeit habe
ich begonnen, das Thema "Stoffwechsel" auf skulpturale
Weise darzustellen. Ich bin dabei, das Motiv sukzessive zu verändern,
mich einer drastischen Darstellung anzunähern. Beeinflusst durch
meine Aufenthalte in Russland/Sankt Petersburg, wo sich viele Flüsse
und Seen befinden, beschäftige ich mich auch mit der Landschaft.
Der Bezug zu einem spezifisch psychologischen, nationalen oder
geschichtlichen Umraum ist in meiner Arbeit immer der
Ausgangspunkt."
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Bernhard
Leitner:
"Wie ich zu diesem
grenzüberschreitenden künstlerischen Gebiet gekommen bin, ist
nicht einfach nachzuvollziehen. Jedenfalls hat sich um 1968 die Idee
>Tonraum< konkretisiert, auf mehreren Kanälen gespeist
beziehungsweise befruchtet... Dabei ging es mir nicht darum,
musikalisch-räumlich zu denken wie etwa Stockhausen oder Nono,
sondern gestalterisch, bildend mit Klang zu arbeiten.
Dazu kam noch mein großes
Interesse an technischen Instrumentarien in der Kunst des 20.
Jahrhunderts, sowohl in der elektroakustischen Musik als auch in der
Licht- und Bewegungskunst. Das floss alles zusammen zu einer Idee:
Der Klang ist nach der revolutionären Entwicklung der Tontechnik
heute in einer solchen Exaktheit produzierbar und reproduzierbar,
dass ich ihn als Material, als künstlerisch-gestalterisches
Material verwenden kann..."
Leitner verwendet hier
bewusst den Terminus Ton anstelle von Klang, um eine deutlichere
Distanz zum Musikalischen zu gewinnen. Ton ist nicht mehr ein
Synonym für Musik, sondern für akustisches Material, das in
besonderer Beziehung zum Raum steht, in so ferne es die Möglichkeit
bringt, neue Raumfindungen zu konstruieren. "Ton-Tor",
"Kreuzung", "Ton-Platz", "Walzer-Gang"
sind erste Werke eines Denkens von Raum als Ton, das sich
anzunehmend als "Sound Architecture" zu begreifen begonnen
hat...
Mag. Carl Aigner |
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Erwin Redl:
Kunst ist überall -
folglich also auch im Internet. Die Arbeit von Erwin Redl reflektert
über mögliche künstlerische Positionen nach der "Digital
Experience." Spätenstens nach der "digitalen
Erfahrung" ist auch ihr Auftritt im Internet eingeläutet, dem
Leitmedium der globalen Hochgeschwindigkeitsgesellschaft. Eine
Gruppenausstellung 1996 in der Postmasters Gallery, New York, trug
den symptomatischen Titel: "Can you Digit?" Das
doppeldeutige Wortspiel meint auch: "Hältst Du's noch
aus?" Redls Internetwerke heißen "You and me?"
(1997), oder: "Truth is a moving target." Dem virtuellen
Charakter des Digitalen setzt Redl temporäre und permanente
Installationen entgegen - scheinbar, denn: "Der formale und
strukturelle Ansatz in den verschiedenen verwendeten Medien wie
Installation, CD-ROM, Internet und Sound benötigt beinahe binäre
Logik, da ich das Material nach strengen selbstauferlegten Gesetzen
anordne. Jene Regeln beinhalten oft Algorithmen, kontrollierte
Zufallsoperationen und ähnliche Methoden, wie sie von Computercodes
inspiriert sind." Bei der Whitney Biennale 2002 zeigt er eine
architektonische Lichtinstallation and der Fassade des Whitney
Museums. "Visuelle Wahrnehmung kann nur in Verbindung mit einer
Bewegung des Betrachters im Raum zur vollen Entfaltung kommen und
involviert Zeit als zusätzlichen Parameter."
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Jutta Strohmaier:
...Jutta Strohmaier verwandelt ihr Interieur in das Bild eines
Raumes, in dem sich Außenraum und Innenraum durchdringen. Da diese
Durchdringung von symbolischer und allein bildhafter Natur ist,
erscheint ihre Entscheidung, diese Verwandlung auch nur in der Form
von Bildern zur Diskussion und auszustellen konsepuent. Und diese
Bilder sind flach. Diese Flachheit ist von Belang, um die
Verwandlung des Raumes in ein Bild nicht zu unterschlagen bzw.
vergessen zu machen. Denn die Gleichsetzung des Raumes mit dem Bild
des Raumes wäre blßer Illusionismus. Aber hier steht eine andere
Erfahrung zur Diskussion: Die Erfahrung, dass wir unentwegt mit
Bildern verschiedener Räume - unabhängig von ihrer topographischen
oder geographischen Lokalisierung - konfrontiert werden und dass
diese Bilder von Räumen unseren Raumbegriff und unsere Vorstellung
von Raum "grundsätzlich" prägen. Mit anderen Worten: Wir
kennen unterschiedlichste Räume, ohne diese jemals leibhaftig
gesehen und durchquert zu haben. Allein das vermittelte Wissen um
diese Räume verändert aber die Wahrnehmung und das Wissen um den
Raum, der uns auch erfahbar umgibt. Die Assoziierung dieses
erfahrbaren Raumes selbst mit einem bild, oder dessen Wahrnehmung
nach den Bedingungen seiner Bildhaftigkeit, leigt nahe...
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