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Vier Positionen

25. 2. bis 26. 3. 2005

 

Johannes Domenig
 
Thomas Kröswang
 
 

Arthur Salner

 

 
 

Ulrich Waibel

 

 

Fotos aus der Ausstellung: 

 

 

Johannes Domenig

Johannes Domenig hat sich in seinen jüngsten Arbeiten dem Material Gummi angenähert. Er vollzieht diese Annäherung sehr bewusst und dezidiert als Bildhauer und erarbeitet nach strengem Konzept Volumen und Körper aus diesem Material, um im Verlauf dieser künstlerischen Arbeit immer tiefer in die Faszination des Materials einzudringen.

Johannes Domenig hat sich voll auf diesen Gestaltwerdungsprozess eingelassen. An die Stelle der durchgeformten Bearbeitung des Materials trat die Suche, die sensible Annäherung, das Finden und nachfolgende behutsame Weiterformen. Aus diesem Arbeitsprozess entsteht eine Fülle verschiedenster skulpturaler Formen, teils aufgebaut, gefunden Reste ebenso wie bewusst gesetzte Gestaltungskörper. Diese behutsame Arbeit an der Formulierung der Einzelformen erfolgt in permanenter Spannung zwischen persönlichem Zugriff und Rückgriff auf allgemein Tradition. Die einheitliche Farbe „Schwarz“ der einzelnen Körper lenkt den Blick in konzentrierter Weise auf die jeweilige Form.. Das Umrisshafte verbindet sich mit dem Eindruck von Volumen, ein körperhaftes Informell – das „Unförmige“ verbindet sich so mit klar erkennbaren und zuordenbaren Gegenstandsformen. ...

Peter Assmann

 

 

Thomas Kröswang

On location – vor ort

Landschaft meint im etymologischen Sinn ein begrenztes Gebiet, einen Landstrich, eine bestimmte Gegend.

Land schaffen, vom Menschen geschaffenes Land – jeder Mensch schafft sich eigene Landschaften in seinen Träumen, erfüllt sich seine eigenen Geschichten, seinen Bildern seinen Tönen. Landschaft meint auch die Vertrautheit mit genau diesen Formen, Farben und Geräuschen, meint eine Art Geborgenheit, von „geschaffenem“ Lebensraum.

Die Arbeiten der Serie „on location“ sind hauptsächlich auf den griechischen Inseln Kreta, Karpathos und Santorin, in der Provence und in Süditalien entstanden. Inspiriert von Landschaftsbeschreibungen in Nikos Kazantzakis „Alexis Sorbas“, von Peter Handkes „Die Lehre des Sainte-Victoire“, von Carlo Levis „Christus kam nur bis Eboli“, aber auch von H. C. Artmanns literarischen Landschaftszyklen, habe ich mich auf die Suche nach markanten Orten dieser mediterranen Welt begeben, beseelt vom Wunsch, mir diese Plätze anzueignen, und sei es nur im übertragenen Sinn mit den Mitteln der Zeichnung und der Fotografie.

Jeder Mensch verbindet Landschaft mit seiner eigenen Erfahrungen und Erinnerungen. Die Enge der Gebirgstäler, die Weite der Ebenen, Seen, Flüsse Wälder und Wiesen, viele Eindrücke haben sich fest in unserem Gedächtnis verankert. Meine Bilder stellen den Versuch dar, die Magie der Orte und Plätze herüberzuholen ins Hier und Jetzt.

Thomas Kröswang

 

Arthur Salner

Malerische Fülle der schwebend dunklen Formen

Ein konsequenter Abstraktionsprozess tritt in Kraft, der die Schwerpunkte weniger auf inhaltliche oder motivisch bezogene Momente, sondern mehr auf formale und optische Werte setzt. Organische Formen entstehen, die einen Rest der Gegenständlichkeit implizieren, jedoch ihre Benennung und ihr figuratives Wesen nicht mehr entscheidend für die Bildsituation sind. Diese Formen sind lediglich der Anlass, der Aufhänger um neue Bildwirklichkeit durch die Malerei selbst zu schaffen. ... Durch den dichten Pinselstrich verleiht Salner den abstrakten Motiven Schwere und Körperlichkeit, lässt sie jedoch auf dem meist atmosphärischen helleren Grund schweben: ein Gestaltungsprinzip, das bis zu seinen aktuellen Arbeiten fest verankert ist.

...Arthur Salners vertritt mit seinen aktuellen Werken eine stringente und klare Haltung im Sinne einer tiefgehenden ernsthaften malerischen Positionierung im zeitgenössischen Diskurs des Tafelbildes. Anstelle einer jungen, frischen manchmal allzu unreflektierten Malwut, die wir bei so manchen Ergebnissen der Jungen Wilden erkennen können, tritt ein reifes, selbstkritisches und wohl auch überlegtes malerisches Handeln ein. ...

Florian Steininger

 

 

Ulrich Waibel

Ulrich Waibel ist al Zeichner, Peter Baum hat ihm früher einmal das auszeichnende Beiwort „Nur-Zeichner“ gegeben, bekannt geworden. Jedenfalls hat er sich wie wenige zunächst in einer Ausschließlichkeit der Zeichnung verschrieben und das machte zu einem der ersten Vertreter der zeitgenössischen Repräsentanten dieses Genres in Österreich. Wobei die Zeichnung gerade in Oberösterreich eine große Tradition hat. Und Ulrich Waibel ist so unnachgiebig in seiner Suche nach dem geeigneten Bild und Zeichengrund wie andere vor ihm. ... Ulrich Waibel hat die folienbeschichtete Innenseite der Milchpackungen für sich als Zeichengrund gefunden, wobei vielfach die aufgerissene, entfaltete Verpackung durch ihren einstigen Gebrauchscharakter, die sichtbaren Falzstellen, die Struktur des Bildes mitbestimmt. ... Vom Material selbst, von seiner Gefügigkeit oder Eigenständigkeit gehen schon Impulse in die Arbeit ein. Typisch dafür sind Waibels Gipsbilder: in denen die Materialsuche selbst zum Thema wird.

... Es sind Blätter in der reduzierten Farbskala von schwarz und weiß, mit bewusster Unschärfe in den Konturen, Traumbilder könnte man – bereits interpretierend, sagen Lichtphänomene. „Sphärische Charaktere“ nennt sie Ulrich Waibel. Es könnte die Welt im kleinsten organischen, im Microkosmos ebenso sein wie im Macrokosmos. Die Zeichnung Ulrich Waibels vermeidet jede Beliebigkeit, sie entwickelt ein Bildvokabular, das System hat, eine Eigengesetzlichkeit wie Musikpartituren. ...

Johannes Jetschgo