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Niederösterreichkulturpreisträger 2010
für Bildende Kunst und Kunst im öffentlichen Raum - Sonderpreis 2010

 

26. November 2010 bis 9. Jänner 2011

Franziska & Lois Weinberger
Bildende Kunst (Würdigungspreis)

Iris Andraschek und Hubert Lobnig
Kunst im öffentlichen Raum - Sonderpreis 2010 (Würdigungspreis)

Katarina Matiasek
Bildende Kunst (Anerkennungspreis)

Nikola Hansalik
Bildende Kunst (Anerkennungspreis)

Michael Kienzer
Kunst im öffentlichen Raum - Sonderpreis 2010 (Anerkennungspreis)

Regula Dettwiler
Kunst im öffentlichen Raum - Sonderpreis 2010 (Anerkennungspreis)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Franziska & Lois Weinberger
Bildende Kunst (Würdigungspreis)
Im Zentrum der Arbeit von Lois Weinberger steht die Vorstellung von einem Garten als "perfekt provisorischem Gebiet". Einem Künstler-Forscher gleich richtet sich seine Aufmerksamkeit auf eine weltweit dominierende Zivilisation, die den einst lebendigen Austausch zwischen den freien Kräften natürlichen und kulturellen Wachstums und den gesellschaftlich begründeten Vorstellungen nützlicher Ordnungen längst der normativen Kontrolle aus dem Geist moralisch verbrämter Werteskalen unterworfen hat. Auf die freie Entfaltung natürlicher wie kultureller Prozesse im Ungeordneten, Randständigen, Beiläufigen und anarchisch Wuchernden richtet sich die analytisch politische Recherche und künstlerische Formfindung in Weinbergers kreativer Wissenschaft.
In Bildern und Texten, Objekten und Wandzeichnungen, Dia-Archiven, Video-Installationen und ortsbezogenen Interventionen entwickelt sich ein ebenso beiläufig wie poetisch anmutender Kosmos. Er bietet sich dar als ein präzise recherchierter und poetisch kodifizierter Raum für ebenso dynamisch wuchernde wie fragile Vorstellungen von antinormativen gesellschaftlichen wie natürlichen Lebensprozessen. Das perfekt provisorische Gebiet ist der Raum für alltägliche Handlungen an einem nach alltäglichen Normen 'falschen Ort', das Gebiet des und der anderen, die für sich selbst auftreten und zugleich Metaphern für eine andere, nicht mehr alltägliche mentale Ordnung sind. Der international renommierte Künstler hat maßgeblich die neue Diskussion "Kunst- Natur" in den 1990er Jahren bis heute mitbestimmt. Lois Weinbergers Beitrag zur documenta X (1997) ist bislang eine der weltweit bekanntesten Interventionen in einer über Jahrzehnte entwickelten künstlerischen Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Verhalten im Natur-und Zivilisationsraum.
Annelie Pohlen, 2007

Iris Andraschek und Hubert Lobnig
Kunst im öffentlichen Raum - Sonderpreis 2010 (Würdigungspreis)
Iris Andraschek und Hubert Lobnig sind mit ihrem Teppichmosaik am Uni Campus zunächst auf der sicheren Seite des Ornaments. Die andere, weniger programmierbare Seite der Arbeit aber ist die der ‚kommunikativen' Installation, die aktivistische Arbeitsweise mit gesellschaftlicher Intervention verbindet. Das Markieren einer Zone für menschliche Kontakte in angenehmer, ja fröhlicher Atmosphäre hat auch einen durchaus funktionellen Anstrich, wenn auch die Autonomie der künstlerischen Arbeit gewahrt bleibt. Die Boden-teppiche strukturieren den freien Platz, sie laden ein, ihn als Aufenthalts- und Betrachtungsort zu benützen, an bestimmten Orten zu verweilen, sich auf ihnen zu treffen. Sie sollen dem Platz eine Markierung verleihen ("Treffen wir uns bei den Teppichen!")...und sollen auch Augenweide sein, ein Treffpunkt verschiedener Kulturen und Sprachen - zugleich kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Realitäten' sagen die Interventionisten Iris Andraschek und Hubert Lobnig, die in gemeinsamer prozesshafter, immer reflexiver Vorgangsweise zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum durchgeführt haben. Immer ging es um Kommunikationsorte, Aktivierung und Belebung, um strukturelle Überlegungen zu Situationen und Orten und geradezu situationistische Porträts des öffentlichen Lebens.
Life Between Buildings ist somit nicht alleine als künstlerische, sondern auch als politische Intervention zu betrachten. Über die romantischen Bilder von nomadisierenden Stämmen hinaus, weisen Iris Andraschek und Hubert Lobnig auf die Billiglohnländer der Welt hin, und auf die neuen Grenzen, die der Neoliberalismus miterzeugt.
Aus: Iris Andraschek und Hubert Lobnig; Life between Buildings-Lebensbaum
und Kalaschnikow: Brigitte Huck, 2005

Katarina Matiasek
Bildende Kunst (Anerkennungspreis)
Die foto- und videografischen Arbeiten von Katarina Matiasek nehmen sich die Anziehungskraft des Panoramas als Ausgangspunkt, um nach der Herstellung von fotografischer wie filmischer Bedeutung zu fragen. Die klassische fotografische "All-Ansicht" (pan horama) entspricht technisch einer Bewegungsspur der Aufnahmeoptik über das Filmmaterial. Wird in Katarina Matiaseks Arbeiten diese Kontinuität durch formale und konzeptuelle Brüche oder Absenzen gestört, so garantiert die panoramatische Ansicht dem Betrachter keine bleibenden räumlichen Verhältnisse mehr. Seine Wahrnehmung wird dabei weniger von einer äußeren Wirklichkeit im physischen Sinne herausgefordert als von einer Wirklichkeit des Medialen bzw. ediatisierten. Seit 1997 entwickelt Katarina Matiasek in Zusammenarbeit mit dem britischen Komponisten Scanner auch audiovisuelle Panoramen, die in immer neuen Reflexionsbewegungen das Verhältnis von Bild und Ton aufgreifen.
www.katarinamatiasek.net

Nikola Hansalik
Bildende Kunst (Anerkennungspreis)
Die Installation "Selfportrait Nr. 5: NY Fortune" verschleiert mehr, als sie zeigt. Für diese Arbeit hat sich Nikola Hansalik eine Woche lang jeden Tag von einer anderen New Yorker Wahrsagerin die Zukunft voraussagen lassen. Telefonhörer an der Wand geben diese sieben Zukunftsszenarien wieder. In manchen Punkten überschneiden sich die Prognosen, in anderen widersprechen sie sich. Durch die wiederholte Befragung der Wahrsagerinnen nimmt die Künstlerin den einzelnen Aussagen die Aura und Wirkungsmacht und führt sie ad absurdum. Darüber hinaus gelingt Nikola Hansalik mit dieser Installation ein ironischer Kommentar auf ihr eigenes Künstlertum. Ein Thema, dass in ihren Arbeiten immer wieder zu finden ist. Denn bei Mrs. Jacy, Mrs. Cathy, Miss Livia etc. scheint Einigkeit darüber zu herrschen, dass sich New York als fruchtbarer Boden für die Karriere der Künstlerin erweisen wird. Hier schwingt der Mythos vom erfolgreichen New Yorker Künstler mit, der dem subtilen Spiel dieser Installation mit Wunsch und Wahrheit, Zukunftsentwürfen und Zukunftsängsten eine selbstreflexive und zugleich ironische Note verleiht.

Michael Kienzer
Kunst im öffentlichen Raum - Sonderpreis 2010 (Anerkennungspreis)
Kienzers Plastiken kippen konventionelle Wahrnehmungsmechanismen und revolutionieren das visuelle und kognitive System des Betrachters. In diesem Sinn ist Kienzers künstlerische Strategie die der Konspiration.
Er erkundet das allen Dingen inhärente Potenzial ästhetischer Transformation und inhaltlicher Bedeutungsverschiebung. Er setzt seine Kunst komplexen räumlichen und gesellschaftlichen Referenzsystemen entgegen und unterwandert die repräsentativen Eigenschaften und innersten Strukturen der von ihm vorgefundenen Materialien und Räume, um sie subtil und subversiv wieder für seine Zwecke in Stellung zu bringen. Dabei entstehen Interventionen, die verstören - und zwar verstören sie die konditionierten, ewig gleichen assoziativen Ketten, die einem permanent den richtigen Gebrauch der Dinge und die Normiertheit der Werte signalisieren und suggerieren. Das Delirium repräsentativer Mechanismen in Michael Kienzers Arbeit fesselt umgehend die unbewusste Aufmerksamkeit des Betrachters. Um aber dem Kern seiner Kunst näher zu kommen, sind weitere Beobachtung sowie mentale und physische Beweglichkeit gefordert.
Peter Noever aus "Michael Kienzer Neue Immobilien" 2005 MAK

Regula Dettwiler
Kunst im öffentlichen Raum - Sonderpreis 2010 (Anerkennungspreis)
Regula Dettwilers Arbeiten zeigen immer eine höchst artifizielle Natur. Ob es sich um eine Gartenanlage im Außenraum handelt oder um Pflanzenkreationen im Ausstellungskontext, stets sind Boden, Flora und Fauna vom Menschen zugerichtet und stellen diese Zurichtung auch deutlich zur Schau:
Die künstlich aufgeschütteten Hügel der kleinen, von Haustieren belebten Landschaft in Tulln erheben sich zu unvermittelt. Die Maßstäblichkeiten zwischen ihnen sowie den Tieren, den Häusern und den Seen – Miniaturimitaten des Aral- und Chiemsees – sind so disparat, dass die Landschaft mit Tieren fast zur Karikatur einer modell- und versatzstückhaft zusammengesetzten Naturgestaltung wird. Auch die Säumung des Gummibaumgrüns mit Bordüren in o.T. (Rüdiger) treibt die Verkünstlichung der Natur humorvoll auf die Spitze. Rüdigers Zierbänder an den Blätterrändern rücken die Topfpflanze – schon an sich domestiziertes Hausutensil – in die Nähe dekorativ eingefasster Gardinen oder verzierter Sofakissen.
Zentrales Thema der in Wien lebenden Schweizer Künstlerin ist die menschliche Aneignung bzw. Vereinnahmung von Natur, deren Kultivierung und Indienstnahme für verschiedene menschliche Bedürfnisse von Unterhaltung bis Dekor. Gleichzeitig spielt Dettwiler immer wieder auf die Konstruktion unseres Naturbildes an, darauf, dass nicht nur unsere Naturgestaltung, sondern schon unsere Wahrnehmung von Natur voreingenommen und interessengeleitet ist. So verweist die Werkreihe Schläft ein Lied in allen Dingen, die sich auf den berühmten Rorschach-Test, ein psychodiagnostische Testverfahren zur Erforschung der Persönlichkeit, bezieht nach Regula Dettwiler auf die "Natur als Projektionsfläche menschlicher Sehnsüchte und Ängste".
Susanne Witzgall, in "(re)designing nature", 2010

      

Ausstellungsunterlagen zum Download:

Führungsunterlage durch die Ausstellungsräume

Biografien:

Franziska & Lois Weinberger

Iris Andraschek und Hubert Lobnig

Katarina Matiasek

Nikola Hansalik

Michael Kienzer

Regula Dettwiler

 

Fotos aus der Ausstellung:
Franziska & Lois Weinberger
Weinberger Weinberger
Weinberger Weinberger
Weinberger Weinberger
Weinberger Weinberger
Weinberger Weinberger
Weinberger

 

Iris Andraschek und Hubert Lobnig:

   
Andraschek-Lobnik Andraschek-Lobnik
Andraschek-Lobnik Andraschek-Lobnik
Andraschek-Lobnik Andraschek-Lobnik
Andraschek-Lobnik Andraschek-Lobnik
Andraschek-Lobnik Andraschek-Lobnik
Andraschek-Lobnik Andraschek-Lobnik
  Katarina Matiasek
 
Katarina Matiasek Katarina Matiasek
Katarina Matiasek Katarina Matiasek
 
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Hansalik Nikola Hansalik
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  Vernissagenfotos:
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