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Presseinformation: West
Tendenz
1. 4. bis 30. 4. 2005 |
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Pressetexte
zur Ausstellung »West
Tendenz
“West Tendenz” ist ein Ausdruck, der von den Meteorologen verwendet wird, wenn es darum geht, den Wetterumschwung in Vorarlberg zu charakterisieren. Da Vorarlberg häufig ohne Wolken ist, spricht man bei Wetterumschwung von westlicher Tendenz. Für die Ausstellung von Vorarlberger Künstler im DOK hat der Kurator dieser Ausstellung Leopold Kogler diese Bezeichnung ausgewählt, um einen lokalen Hinweis zu geben aber keinen künstlerischen. Verzichtet wird auch auf einen thematischen Schwerpunkt.. Diese Gruppenausstellung umfasst in Vorarlberg arbeitende Künstler, deren Werke sich unter keinem Überbegriff zusammenfassen lassen. Gezeigt werden herausragende künstlerische Positionen. Von Rauminstallationen bis zur Malerei kann der Besucher in der wohl schönsten Raumfolge einen spannenden Dialog mit der einzigartigen Architektur des DOK erleben. Marbod Fritsch präsentiert Siebdrucke, die das gestische und malerische Element eliminieren, dafür die Farbe und die Präzision fokussieren. Gerold Hirn, der immer wieder mit Experimentierlust zu punkten versteht, greift die „nicht zufälligen Zufälle“ auf und überrascht mit Kompositionen voll ästhetischen Reizen. Harald Gfader, der mit dem Begriff der Befindlichkeit arbeitet, zeigt neueste Arbeiten, die mit ihrem artifiziellen Realismus differenzierte Bilder voll Verklärung entwerfen. Sie laden den Betrachter ein, die Bilderwelt zu erhellen und zu hinterfragen. Mit dem Prinzip der Bildzerschneidungen agiert Christian Geismayr, der die Tafelbilder ihrer „sakralen Aura“ beraubt. Silke Maier stellt sich die Frage nach der Orientierungslosigkeit einer bebilderten Welt und fragt nach der Gelegenheit, ob es an fremden Orten möglich ist bewusst Schritte zu setzen. Christian Lutz zeigt auf spannende Weise das Wechselspiel zwischen dem Innen und Außen, wenn er zu Schlaufen gebogene Bänder auflegt.
Marbod Fritsch In den letzten Jahren entstehen technisch präzise, farbkräftige Siebdrucke
auf Glas, in denen Fritsch das gestische und malerische Element weitgehend
eliminiert. Es sind Bildräume, fensterartige Ausschnitte, die Fritsch als
Zusammenspiel von zentrierter Konstruktion und Farbraum seit vielen Jahren
beschäftigen. In der scheinbaren Perfektion und der analytischen Kühle
des Siebdrucks gelingt es dem Künstler neuen Raum zu schaffen, in dem es
immer wieder zu spannungsvollen Überlagerungen und zu flirrenden
Zwischentönen kommt. Keine Meta-Botschaften, sondern die reine Form
bestimmt die Arbeiten. Christian Geismayr Im Prinzip arbeite ich mit der Bildzerschneidung, da mich die„sakrale
Aura“ eines Tafelbildes immer wieder irritiert hat. Oft schneide ich ein
Bild während des Malens auseinander, lege den einen Teil beiseite, so ist
er zeitlich „tiefgekühlt“, da er anfänglich nicht bearbeitet wird.
Der andere Teil ist der Zeit und damit der Veränderung unterworfen, da
ich Schicht um Schicht auftrage. Die Negierung oder gar Liquidation des
Bildes interessiert mich jedoch nicht, da ich die Teile am Schluss
zusammennähe. HGfader Mein grundsätzlicher Themeninhalt war immer schon die Auseinandersetzung
zum BEGRIFF der Befindlichkeiten. Die Malerei als „langsames“ Medium bietet das ganz ideal an! Weil sich
auf der Sprödigkeit des Untergrundes, des Papiers, die kleine Geste des
Momentes wunderbar zu manifestieren vermag... Gerold Hirn Muster und serielle Reihungen einfachster Grundformen bildeten lange Zeit
das konstruktive Gerüst meiner Arbeiten. Später wurde dieses Konzept
durch einen malerischen Akt ergänzt: Die teils spröden Raster des
Untergrundes erhielten durch Papierapplikationen, Filzstiftkritzeleien und
Holzbeizenlasuren, deren Oberfläche darunter aufgetragenes Bienenwachs
aufbrechen ließ, kompositorische Spannung und ästhetischen Reiz. In den neuesten Arbeiten werden vor allem farbige Papierkaschierungen wie
große Farbflächen eingesetzt und kehre ich zu einer expressiven Malweise
zurück. Experimentierlust und willkürlich herbeigeführte, somit nicht
zufällige Zufälle, faszinieren, überraschen, befreien meine
bildnerische Tätigkeit von jeglichem existentiellen Kalkül und machen
sie so zum reinen Vergnügen. Christian Lutz Das Thema der Arbeiten von Christian Lutz ist jener Stoff, aus dem wir
unsere Denkfehler verfertigen: das Zueinander spiegelverkehrter Formen
etwa, das Wechselspiel zwischen dem Innen und Aussen an zu Schlaufen
gebogenen Bändern, oder der Übergang vom Immernoch zum Nichtmehr als
Folge kumulativer Verschiebungen. Seine Zeichnungen und Plastiken
schildern aber weder die Situationskomik, noch die Tragödien, in welche
uns die Handhabung gleicher Muster in der Realität verstrickt. Sie bauen
mit Hilfe dieser Muster modellhafte Ausschnitte einer Gegenwelt. Dass
diese nicht weniger geordnet ist als unsere Realität, nur eben anders,
und dass sich dieses Anderssein genauso überzeugend begründen lässt,
kratzt am Absolutheitsanspruch von allem, was wir als gegeben betrachten.
Und es versöhnt uns gleichseitig damit, indem es deutlich macht, dass,
weil Bilder von Gegenwelten ebenso wie unsere Erfahrungen mit dem was wir
„Wirklichkeit“ nennen Betrachtungsweisen spiegeln, die durch
menschliches Denk- und Wahrnehmungsvermögen bestimmt werden, sich Zwänge
verändern können, ihr Umfang aber bleibt. R. Arnold Silke Maier „Erst das Wissen um den eigenen Standpunkt ermöglicht es den nächsten
Schritt bewusst zu setzten.“ (Mircea Eliade) Ist es möglich an fremden
Orten bewußt Schritte zu setzten? In einem Untergrundsystem für Füßgänger
– in einer Stadt unter einer Stadt – weiss man vielleicht wo man hin
will, aber nicht wo man ist. Orientieren ohne natürliches Licht mit Hilfe
von Bildern, Kompass, Tonaufnahmen und dann immer wieder Fixpunkte: ´Vous
êtes ici. You are here.´.
Die Ausstellung wird am |
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Marbod Frisch
Christian Geismayr
HGfader
Gerold Hirn
Christian Lutz
Silke Maier
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