Ausstellung:

Es gibt kein Wort, um kein Bild zu sagen

Datum: 06. 09. 2018 bis 07. 10. 2018 Eröffnung: 06. 09. 2018, 18:00
Regina Hadraba | Gabriele Schöne | Lotte Seyerl

Hinter dem lyrischen Titel, von den drei Künstlerinnen Regina Hadraba, Gabriele Schöne und Lotte Seyerl als gemeinsame Klammer gewählt, sind spannende Personalen ab 6. September 2018, 18:30 Uhr zu sehen. Drei Ausstellungen im NÖ Dokumentationszentrum für Moderne Kunst die zeigen, wie vielfältig und zeitgemäß das Medium der Malerei ist.

Regina Hadraba beschäftigt sich in Ihren Arbeiten mit der Wechselwirkung von Wort und Bild. Grundierte Untergründe wie Leinwände, Bücher, Holzplatten oder Acrylglas bilden den Ausgangspunkt für die Monotypien. Zusammen mit der Schriftstellerin Faye Hell entstand eine Serie von gegenseitiger Anregung durch Wort und Bild. Die Filmemacher Chris.Ui du Johannes Doppler entwickelten aus dieser Doppelconference eine filmische Sequenz zum lyrischen und zeichnerischen Aspekt der Bilder.

In den Werken von Gabriele Schöne sind vor allem die erkennbaren Leerstellen eine ambivalente Balance zwischen Präsenz und Abwesenheit. Da gibt es zum einen die Tänzerin, die tanzenden Paare in Tracht, die sich auch im Schattenriss des Negativbildes unschwer erkennen lassen. Die Vorlagen stammen sogar aus der Boulevard-Presse, hinter der ironischen Geste, der kritischen Distanznahme zu einer medialen Welt der falschen Heimat-Bilder liegt der künstlerischen Anverwandlung jedoch auch eine Reminiszenz an die eigene Geschichte. Mit dem Tanz in Tracht kommen die Stoffe. Auch Stoffe ob vielfältig und klassische gemustert werden in ihren Bildern zur formenden Umgebung, zum Hintergrund der Figuren. Das die Stoffe zum Teil getragen sind, bezeugt anscheinend eine weitere Realitätsebene, die ein reales Sein im Illusorischen des Bildes evoziert. (Daniela Hölzl „An image of passion, not passion itself“, 2015)

Zum Beobachter wird man bei Lotte Seyerl. Wie zufällige Beobachtungen im unspektakulären Alltag stellt Lotte Seyerl ihre Protagonisten in den Fokus ihrer Bilder. Der Betrachter ist dezidiert außerhalb des Geschehens positioniert – Als Beobachter. Die Figuren bewegen sich in ganz konkrete Raumsituationen, in städtischer Architektur, in Innenräumen, in dörflichen Landschaften oder Vororten – und bewegen sich hier alleine und isoliert, selbst wenn sie Teil einer Gruppe sind. Seyerls Blick auf sie ist von Zurückhaltung geprägt, wie um deren Intimität nicht zu stören, aber es ist immer auch ein voyeuristischer Blick. Die Bilder wirken wie Momentaufnahmen aus einem größeren Zusammenhang, die eine markante Unschärfe auszeichnet. Hell- Dunkel-Kontraste und spezielle Lichtsituationen geben Hinweise auf Jahres- und Tageszeit.

(Verena Kienast, 2018)

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