Ausstellung:

Mal*pur (nach) West

Datum: 18. 03. 2016 bis 17. 04. 2016 Eröffnung: 18. 03. 2016, 18:00
Ingmar Alge | Richard Bösch | Cäcilia Falk | Christian Geismayr | Harald Gfader | Ch. Lingg | Karl-Heinz Ströhle

In der Ausstellung sind sieben Positionen aus dem Westen Österreichs zusammengestellt, die ihre Gemeinsamkeit in der Malerei finden. Leopold Kogler als Kurator der Schau hinterfragt die Rolle von Malerei, ihre Behauptung neben anderen Kunstgattungen, sowie ihr Potential als Kunstform.

Seit der Moderne wurde immer wieder das Ende der Malerei proklamiert. Die in Wellen wiederkehrende Diskussion um das Ende der Malerei scheint jedoch eine sehr kunstinterne zu sein. Die meisten Menschen, die sich nicht professionell mit Kunst beschäftigen, assoziieren Kunst automatisch mit Malerei. Malerei ist neben der Skulptur oder Plastik das wesentliche künstlerische Ausdrucksmedium, in dem sich handwerkliches Können und die Möglichkeit, unsere Welt und unsere Fragen an sie formend zu hinterfragen, verbinden. Nicht umsonst haben sich meist Malerei-Ausstellungen als die erfolgreichsten der jeweiligen Museen oder Ausstellungshäuser erwiesen.

Malerei existiert, seit es uns Menschen gibt. Die scheinbar ewig andauernde beziehungsweise regelmäßig wiederkehrende Debatte um den vermeintlichen Untergang der Malerei ist im Vergleich dazu eher kurzlebig. Dieser Diskurs, in dem Malerei mal als zu bürgerlich oder zu marktkonform bezeichnet wurde, war zur Zeit der aufkommenden Konzeptkunst in Abkehr des abstrakten Expressionismus in der 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts vielleicht berechtigt und wohl auch sinnvoll. Doch das immer wieder beschworene Ende der Malerei hat diejenigen, die malen, nie wirklich beeindrucken können und den Kunstmarkt erst recht nicht. Heutzutage erfährt die Malerei eine immense ökonomische und gesellschaftliche Wertschätzung. Zugleich wird ihr existenzieller und künstlerischer Wert zunehmend in Abrede gestellt. Die Tragik scheint zu sein: Je bekannter und teurer Gemälde werden, umso geringer wird ihr Einfluss in der Kunstwelt. Als Anlagewert wird Malerei zunehmend interessant für eine Geldelite und nicht für die Leute, die sich mit Malerei umgeben und inspirieren lassen möchten. Und so repräsentiert Malerei in unserem digitalen Zeitalter längst nicht mehr das Innovative und hat ihren Avantgardestatus nahezu eingebüßt.

Joseph Beuys hat einmal gesagt: „Der Fehler fängt schon an, wenn einer sich anschickt, Keilrahmen und Leinwand zu kaufen.“ Dabei hat zum Beispiel Jörg Immendorff bei ihm studiert! Einer der maßgeblichen Maler des 20. Jahrhunderts in Deutschland, der wiederum eine ganze Generation von Kunstschaffenden geprägt hat. Legendär sein Gemälde von 1966, das er – unzufrieden mit seiner Malerei und seiner ökonomischen Situation – mit dem Aufruf an die Kollegenschaft „Hört auf zu malen.“ beschriftet.

Dennoch hat die Malerei der letzten 100 Jahre unsere kulturelle Entwicklung stark geprägt und zeigt, dass sich dieses Medium immer aufs Neue als Spiegel der Gegenwart eignet. Und trotzdem wird die Malerei nach wie vor in ihrer Relevanz immer wieder angezweifelt. Ein merkwürdig- schizophrenes Phänomen.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Malereiausstellungen wie die vorliegenden im DOK St. Pölten gezeigt werden.

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