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Andrew Molles

Der 1907 in Middletown, nahe San Francisco, geborene Künstler Andrew Molles fand vergleichsweise spät zur Malerei – entwickelte jedoch in kurzer Zeit ein beeindruckend vielschichtiges Œuvre. Ab 1955 lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1975 in Österreich, wo er in seinen Ateliers in Wien und im niederösterreichischen Rohrau eine intensive künstlerische Schaffensphase entfaltete. In weniger als zwei Jahrzehnten entstanden rund 3.000 Öl- und Acrylgemälde sowie zahlreiche grafische Arbeiten.


Molles’ Werk ist geprägt von großer Offenheit, Neugier und einer konsequenten Bereitschaft zur künstlerischen Veränderung. Seine Bildsprache bewegt sich souverän zwischen den prägenden internationalen Strömungen seiner Zeit – vom abstrakten Expressionismus über das Informel bis hin zur geometrischen Abstraktion.

Eine entscheidende Wende markierte die Begegnung mit Oskar Kokoschka im Jahr 1957 an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, wo Molles dessen „Schule des Sehens“ besuchte. In der Folge vertiefte er seine Ausbildung als Gaststudent an der Wiener Akademie in der Meisterklasse von Josef Dobrowsky. Seine künstlerische Anerkennung spiegelte sich unter anderem in der Mitgliedschaft beim Künstlerbund Graz (ab 1963) sowie bei der Wiener Secession (ab 1971) wider.

Im Zentrum seines Schaffens stehen die informellen und abstrakt-expressionistischen Arbeiten der Jahre 1958 bis 1965 sowie die sogenannten isometrischen Werke (1964–1972), in denen er durch geometrische Strukturen komplexe räumliche Wirkungen erzeugte. Serien wie die „Dichotomien“, die in ihrer gestischen Energie an Positionen von Jasper Johns oder Jackson Pollock erinnern, ebenso wie die „Kristall“-Bilder und seine kosmischen Kompositionen, zeugen von einem tiefen Interesse an Ordnung, Struktur und den universellen Gesetzmäßigkeiten von Raum und Licht.

So entfaltet sich in Andrew Molles’ Werk ein vielgestaltiger künstlerischer Kosmos, der zwischen Intuition und Konstruktion, Spontaneität und Systematik eine eigenständige, unverwechselbare Position einnimmt.










































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